Bergische Streifzüge Nr. 21: Klangpfad

Wir sind (mal wieder) nicht in die Pötte gekommen an diesem Samstag und daher erst gegen 15.30 Uhr gestartet. Bisschen spät! Dafür haben wir es aber eiskalt durchgezogen 😉

Obacht beim Abbiegen!
Auf dem Plan stand der Bergische Streifzug Nr. 21, der Klangpfad bei Nümbrecht. Mit gut 6 km eine überschaubare und mit Kindern gut zu bewältigende Rundtour. Wenn, ja wenn, man denn zu Beginn nicht trödeln würde. Denn der Start am Schloss Homburg war – nicht zuletzt auch wegen einer wahren Flut an Themenwegen und Infotafeln – etwas holprig. Das führte dazu, dass wir schon innerhalb des ersten Kilometers falsch abbogen und den Rundweg quasi von hinten aufrollten. Aber dafür sind Rundwege ja Rundwege 🙂

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Der Wald vor meiner Haustür

Meine Netzwerk-Kollegin Silke Bicker hat eine Blogaktion ins Leben gerufen. Das Thema: „Vom Wert der Natur in der Selbstständigkeit“. Keine Frage, da musste ich teilnehmen.

Gesammelt werden alle Beiträge unter: #NaturSichtBlogaktion 

Neulich habe ich nachgezählt: 13 Schritte sind es von meinem Schreibtisch ins Badezimmer. 32 Schritte von meinem Bett in die Küche. 38 Schritte vom Schreibtisch auf die Terrasse – und nur 40 Schritte von meiner Haustür bis in den Wald. Es ist nah genug, in einer Arbeitspause mit der Kaffeetasse in der Hand kurz mal hinüberzuschlendern, einen tiefen Atemzug zu nehmen, einmal zur Linken bergauf, zur Rechten bergab zu schauen, den Geräuschen zu lauschen und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Danach, zurück am Schreibtisch, geht alles wieder etwas leichter von der Hand. Daher wurde dieser kurze Waldgang schon bald zu einer Gewohnheit.

Zwischen Schluchten und Totholz

Nun gibt es ja „Wald“ und „Wald“. Der Wald vor meiner Haustür gehört definitiv nicht zur Kategorie „lieblicher Spaziergehwald“. Alles andere als das. Sobald man sich am Ende unserer Sackgasse an den ersten zwei Baumreihen vorbeischlängelt, eröffnet sich eine Senke – von uns nur „die Schlucht“ genannt. Mehr als einmal schon habe ich mich hier auf die Nase gelegt, beim Versuch, den Hügel bis zum Bach hinunterzusteigen. Denn die Schlucht ist nicht nur holprig, sondern fast immer matschig, rutschig und vor allem ziemlich steil. An den Hängen wuchert zwischen abgekrachten Ästen und Totholz stachliger Ilex und bei entsprechender Witterung gibt es hier Kröten und Feuersalamander, vielleicht auch Ringelnattern zu entdecken. Hin und wieder sieht man Rehe auf dem gegenüberliegenden Hang.

Bäume wie Kathedralen

Bald begann ich, tiefer in den Wald einzudringen. Zur Linken, dem schmalen und sehr steilen Pfad nach oben folgend, vorbei am Nachbargrundstück, einige Schritte durch einen wahren Tunnel aus Ilex und Brombeeren und immer weiter hinein in den Wald. Bis dorthin, wo die Bäume wie Kathedralen stehen. Irgendwann ließ ich bei meinen Gängen die Kaffeetasse zu Hause, packte stattdessen eine Kamera ein und stellte mein Schuhwerk auf Gummistiefel um.

Den Wald neu kartieren

Die Gänge wurden länger, mein Feingefühl für den Wald und seine Winkel und Geräusche immer ausgeprägter. Ich bekam feine Antennen für die jahreszeitlichen Veränderungen des Waldes. Und ganz unmerklich begann ich, den Wald für mich selbst neu zu kartieren und mir meine ganz eigenen Wald-Wegmarken zu setzen. Unweit der „Schlucht“ gibt es da zum Beispiel den „Krater“, etwas weiter oben den „traurigen Baum“ und die Fliegenpilz-Fundstelle. Noch weiter bergauf kommt der kleine Nadelbaum-Hain, der besonders knarzende Baum, die „Wand“ voller Moos, der Baumstumpf-Sessel, der Farnteppich. Zu den glücklichsten Momenten gehört es für mich, mich an einer schönen Stelle im Wald einmal kurz hinzusetzen, meinen Hund eng neben mir, und einfach nur hier zu sein – und nicht am Schreibtisch.

Warum spinnt hier denn keiner?

Kürzlich verfolgte ich einen thread auf der Facebook-Gruppe meines Wohnortes. Es ging um die Frage, wie man sich die Zukunft unserer Kleinstadt im Jahr 2030, ..40, ..50… vorstelle. Neue Ideen und „rumspinnen“ ausdrücklich erwünscht, so die Moderatorin. Eine Weile tat sich nichts. Dann erste Antworten: weniger Müll, besserer Landschaftsschutz, mehr Parkplätze, bessere ÖPNV-Verbindungen. Der thread plänkelte vor sich hin, es ploppten kurze Diskussionen auf und verebbten wieder. Dann tagelang Stille. Die Moderatorin holte den thread nochmal nach oben und formulierte die Frage neu. Es kamen der Wunsch nach mehr Parkbänken und einer besseren Straßenbeleuchtung. Zum Schluss der Hinweis auf die ohnehin klammen Kassen der Stadt. Und dann? Stille. Bis heute. Das fand ich denkwürdig. „Warum spinnt hier denn keiner?“ weiterlesen

Bergische Streifzüge Nr. 8: Steinhauerpfad

Endlich mal wieder machten wir uns auf zu einem der Bergischen Streifzüge. Diesmal der Steinhauerpfad, der einmal halbkreisförmig um das „steinreiche Lindlar“ führt. Zwar keine ausdrückliche Kindertour, aber mit 6,2 km Länge und viel Abwechslung gut machbar mit den Kleenen. Hilfreich für die Motivation zwischendurch: Hammer, Meißel und ein Fossilien-Bestimmungsbuch. Aber der Reihe nach.

Los geht‘s
Wir starten am Lindlarer Marktplatz und schlängeln uns zunächst durch Altstadtgassen. Dabei gilt: Nicht durcheinander bringen lassen, denn die Beschilderung ist, da die Tour in beide Richtungen begehbar ist, anfangs etwas verwirrend. Bevor es, nachdem wir einige Wohngebiete durchquert haben, rechter Hand bergauf in den Wald geht, passieren wir den ehemaligen Lindlarer Bahnhof. Ab 1912 war er Endhaltstelle der Linie Köln-Mülheim – Lindlar, auch Sülztalbahn genannt. 1960 wurde der Personenverkehr auf der Strecke eingestellt. Noch weitere sechs Jahre dienten die Schienenwege dem Abtransport der Grauwacke aus den Lindlarer Steinbrüchen, 1966 jedoch nahm auch dies ein Ende und die Gleise wurden demontiert. „Bergische Streifzüge Nr. 8: Steinhauerpfad“ weiterlesen

Auf zu neuen Ufern

So, liebes Bergisches Land, drei Jahre halten wir es nun schon miteinander aus. Nun bin ich an dem Punkt, wo jede gute Beziehung einmal steht: Ich möchte dich näher kennenlernen. Umso mehr freue ich mich, dass die Gelegenheit schon in den Startlöchern steht: Bergisches Land, wir werden gemeinsam etwas Neues auf die Beine stellen. Eine Veranstaltung mit dem klangvollen (wenn auch etwas sperrigen) Namen: „Marktplatz Gute Geschäfte im Rheinisch-Bergischen-Kreis“. „Auf zu neuen Ufern“ weiterlesen

Drei Jahre im Bergischen

Drei Jahre lebe ich nun schon im Bergischen. Und da im Rheinland als eine Tradition gilt, was man bereits zum zweiten Mal tut, hier also der traditionelle Rückblick.

Wie isses so, drei Jahre nach dem Rauszug?
Nach wie vor eine schwierige Frage. Manches ist ernüchternd. Möglicherweise sogar ernüchternder als vor einem Jahr. Manches ist OK so wie es ist. Und Vieles ist gut – und möglicherweise auch noch besser vor einem Jahr. Alles in allem haben mich viele Entwicklungen in diesem dritten Jahr überrascht. Ich stellte fest: Hebel, die ich bis dato meinte bewegen zu müssen, um hier wirklich anzukommen, haben oft nicht funktioniert. Stattdessen fanden positive und erfüllende Entwicklungen mehrfach in Situationen statt, in denen ich sie niemals vermutet hätte. Was nehme ich also mit, in mein viertes Jahr im Bergischen? „Drei Jahre im Bergischen“ weiterlesen

Von Baustellen, Lücken und einem Kick

Lange nichts geschrieben hier. Leider. Es hatten sich in den letzten Monaten einige Wogen aufgetan, die dieser Blog wohl durchkreuzen musste. Zum einen die lästige Sache mit der DSGVO, die mich im Mai auf Trab hielt. Meinem Netzwerk und meiner tollen Web-Frau sei Dank – sonst hätte ich noch viel ratloser dagestanden, mit all den neuen Vorgaben.

Und noch ’nen Relaunch
Viel Zeit hat mich die Chose gekostet und die Einsicht zutage gefördert, dass auch die in die Jahre gekommene Website meines Brotjobs als Redakteurin und Texterin ein Facelift braucht. Gesagt getan, also auch hierfür eine externe Fachfrau gesucht und gefunden. (Ergebnis in Bälde sichtbar!) Und dann kam noch das Leben dazwischen: Krankheiten und ein Schicksalsschlag im näheren Umfeld, ein unerwarteter riesiger Redaktions-Auftrag, eine tolle regionale Kooperation, die Übernahme einer Krankheitsvertretung…

Es brodelte
Während all dieser Zeit gärte es in meinem Hirn in Sachen „Vor den Toren“. Grandiose Ideen hakten sich fest oder verpufften wieder. Über mein Andocken am Overather Coworking Space entstanden peu à peu neue Verknüpfungen und ich merke immer mehr, wie sehr es mir unter den Nägeln brennt, über die Region und den ländlichen Raum zu schreiben. Und noch etwas merkte ich: Das Leben im Ländlichen treibt immer mehr Menschen um. Aber Brotjob und außerblogisches Leben beharrten auf Vorfahrt im Hirn und knockten meinen Enthusiasmus teilweise komplett aus. Das Ergebnis: Unzufriedenheit auf der ganzen Linie.

Ein Kick zur rechten Zeit
Anfang Juni stolperte ich durch Zufall über eine Fachveranstaltung in Süddeutschland, und wusste: „Wenn ich da nicht hinfahre, kann ich mein Blog dichtmachen, denn dann nehme ich das alles nicht ernst genug.“ Binnen weniger Stunden waren Arbeit, Unterkunft, Anreise delegiert, arrangiert, organisiert – und ich für die „Fachbegegnung Stadt & Land: Diversität jenseits urbaner Räume“ in Reutlingen akkreditiert. Wie sehr mich diese Veranstaltung bereichert hat und welche Menschen ich dort getroffen habe, berichte ich in Bälde.

Und nu‘?
Nu‘ geht’s hier also ganz normal weiter im Text. Über vier Monate Zeit verstrichen seit dem letzten Blog-Eintrag – aber das ist nun manchmal einfach so, wenn andere Baustellen zu viel abverlangen.

Diese Baulücke erzählt Geschichte(n)

Die Overather Kirche im Museum Kommern

Ich habe eine Schwäche für alte Häuser –  vor allem, wenn an ihnen der Zahn der Zeit nagt, oder sie unscheinbar wirken, aber eine spannende Vergangenheit haben. Doch während (Groß)städte ihre architektonischen Schätzchen meist hegen, pflegen und herzeigen, ist dies im ländlichen Raum oft nicht ausgeprägt. Dabei mangelt es dort nicht an interessanten Geschichten. So auch in Overath, das sich seit 2017 sogar mit einer ganz besonderen Baulücke einem Museumsexponat schmücken kann. „Diese Baulücke erzählt Geschichte(n)“ weiterlesen

Das Flaschenpost-Experiment

In den letzten Tagen des Jahres 2017 standen wir auf der Aggerbrücke am Overather Gut Eichthal und staunten über die Wassermassen, die da unter uns langbrausten. Wie wir von unserer Paddeltour vergangenen Sommer wissen, kann die Agger durchaus auch verdammt wenig Wasser führen 😉. Wir grübelten über die Wassergeschwindigkeit und wie lange es wohl dauern würde, auf der Agger zunächst bis zur Sieg und dann weiter bis zur Mündung in den Rhein zu treiben. Und dann kam die Idee mit der Flaschenpost. „Das Flaschenpost-Experiment“ weiterlesen